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Altorientalistik

Das Fach

Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients mit Schwerpunkt Altorientalistik

Das Fach beschäftigt sich als Regionalwissenschaft mit den Sprachen und Kulturen des Nahen Ostens, wobei die älteren Epochen (3.-1. Jahrtausend v. Chr.) im Mittelpunkt stehen.

Das Studium zielt insbesondere auf die Erschließung der Schriftquellen dieser Epochen ab. Vermittelt und angewandt werden sprach- und schriftwissenschaftliche, philologische, historische sowie kultur- und religionswissenschaftliche Methoden und Kenntnisse. Der Studiengang enthält im Kern das traditionell "Assyriologie" oder "Altorientalistik" genannte Fachgebiet und berührt bzw. überlappt sich mit den traditionellen Disziplinen Vorderasiatische Archäologie, Ägyptologie, Semitistik, Alttestamentliche Wissenschaft, Indogermanistik sowie den gegenwartsbezogenen Orientwissenschaften.

Das Studienangebot wendet sich an alle, die sich für die Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients und die dort gelegenen Wurzeln unserer Kultur interessieren bzw. ihre Berufsperspektiven in diesem Kulturraum sehen. Die Studierenden sollen gute Lesekenntnisse im Englischen und möglichst im Französischen und einer der klassischen Sprachen mitbringen. Darüber hinaus wird ein besonderes Interesse an philologischen und kulturgeschichtlichen Fragestellungen erwartet.

 

 

Das Bachelorstudium vermittelt

  1. ein breites Grundwissen über die vorderorientalischen Kulturen, Staaten und ihre Geschichte insbesondere in älterer Zeit;

  2. fundierte Kenntnisse der Keilschrift und der wichtigsten Keilschriftsprache Akkadisch (Babylonisch-Assyrisch);

  3. Grundkenntnisse im Sumerischen und in der Regel in mindestens einer weiteren altorientalischen Sprache;

  4. Überblick über die wichtigsten altorientalischen Schriftquellen;

  5. Grundkenntnisse in mindestens einer modernen Sprache des Vorderen Orients.

 

Studiengangsaufbau

Studiumsdauer: 6 Semester
Unterrichtssprache: deutsch
Studienbeginn nur zum Wintersemester möglich

Das Fach Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients mit Schwerpunkt Altorientalistik wird in Jena als Bachelor-Kernfach und als Bachelor-Ergänzungsfach angeboten.

Das Bachelor-Kernfach Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients mit Schwerpunkt Altorientalistik ist modularisiert und umfasst 120 Leistungspunkte. Diese teilen sich wie folgt auf:

80 LP Fachmodule
10 LP Bachelorarbeit
30 LP berufsfeldbezogene Schlüsselqualifikationen

Neben dem Lehrstuhl für Altorientalistik sind an dem Studiengang folgende Institute und Lehrstühle durch Wahlpflichtfächer beteiligt: Semitistik und Islamwissenschaft (am selben Institut), Indogermanistik, Altertumswissenschaften und Kaukasiologie (ebenfalls in der Philosophischen Fakultät), Altes Testament (Theologische Fakultät).

Das Studium des Kern- und Ergänzungsfachs Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients mit Schwerpunkt Altorientalistik vermittelt in den ersten drei Studiensemestern durch konsekutive Pflichtmodule die philologischen Grundlagen der Altorientalistik: elementare Kenntnisse der Keilschrift und der wichtigsten Keilschriftsprache, Akkadisch. Die sich über die ersten beiden Semester erstreckende Einführungsvorlesung gibt einen Überblick über die hauptsächlichen landeskundlichen, historischen und kulturgeschichtlichen Aspekte des Faches. Die altorientalistischen Sprach- und Schriftkenntnisse werden ab dem vierten Semester durch eine Einführung in das Sumerische, die älteste Keilschriftsprache, erweitert. Grundkenntnisse im Sumerischen dienen auch dem tieferen Verständnis des Keilschriftsystems. Die im engeren Sinne altorientalistischen Einführungsmodule können ab dem ersten Semester durch inhaltlich nahestehende Wahlpflichtmodule ergänzt werden: Einführungen in die alttestamentliche Literatur und Geschichte, Einführungen in die Vorderasiatische Archäologie und/oder Ägyptologie. Die benötigten linguistisch-methodischen Vorraussetzungen werden durch sprachwissenschaftliche Einführungsmodule vermittelt, die ebenfalls ab dem ersten Semester zu belegen sind.

Ebenfalls vom ersten Semester an können die Studierenden die vom Studienplan vorgesehenen Wahlpflichtmodule aus mehreren eng benachbarten Fächern belegen, unter denen eine moderne vorderorientalische Sprache obligatorisch ist.

Das Studium gliedert sich in Module, die entweder einen Umfang von 5 oder 10 Leistungspunkten haben und in der Regel über ein Semester laufen. Die Module setzen sich aus Vorlesungen, Seminaren, Übungen, Praktika, Tutorien, selbstständigen Studien und Prüfungen zusammen. Jedes Modul ist eine Lehr- und Prüfungseinheit und erstreckt sich in der Regel über zwei Semester.

Module sind thematisch und zeitlich abgerundete und in sich abgeschlossene und mit Leistungspunkten versehene abprüfbare Unterrichtseinheiten. Sie können sich aus unterschiedlichen Lehr- und Lernformen (z.B. Übungen, Vorlesungen, Seminare etc.) zusammensetzen. Module werden durch Prüfungen abgeschlossen, die benotet werden. Besteht eine Modulprüfung aus Teilprüfungen errechnet sich die Note aus dem Durchschnitt der Teilprüfungen.

Leistungspunkte sind ein quantitatives Maß für die Gesamtbelastung der Studierenden. Sie umfassen Präsenz- und Selbststudienzeiten, die Prüfungsvorbereitung, den Prüfungsaufwand sowie Zeiten für schriftliche Arbeiten und Praktika.

In der Regel werden pro Studienjahr 60 Leistungspunkte vergeben, d.h. 30 Leistungspunkte pro Semester. Für die Vergabe eines Leistungspunktes wird eine Arbeitsbelastung des Studierenden im Präsenz- und Selbststudium von 25-30 Stunden angenommen. Die gesamte Arbeitsbelastung für Studien- und Prüfungsleistungen soll pro Studienjahr einschließlich der vorlesungsfreien Zeit 1500 - 1800 Stunden nicht überschreiten.

 

Altorientalistik als Ergänzungsfach

Das Bachelor-Ergänzungsfach Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients mit Schwerpunkt Altorientalistik umfasst Fachmodule im Umfang von 60 Leistungspunkten. Bachelorarbeit und Schlüsselqualifikationen sind im Kernfach abzuleisten.

 

Schlüsselqualifikationen

Schlüsselqualifikationen sind überfachliche Qualifikationen, die zum Handeln befähigen sollen. Sie sind kein Fachwissen, sondern ermöglichen den kompetenten Umgang mit fachlichem Wissen. Sie beinhalten auch ein berufsfeldbezogenes Praktikum im Umfang von mindestens sechs Wochen (240 Arbeitsstunden), über welches ein Bericht erstellt werden soll.

Allgemeine Schlüsselqualifikationen werden durch Lehrveranstaltungen anderer Fächer und Einrichtungen der FSU (z.B. Rechenzentrum) vermittelt (Medienkompetenz, Grundkenntnisse in klassischen Sprachen). Außerdem ist ein Praxismodulvorgesehen, das in der Regel im 5. Semester abgeleistet wird.

Allgemeine Schlüsselqualifikationen (ASQ):

  • zentral bereit gestelltes Angebot im Umfang von 10 LP (unbenotet)

  • Empfehlungen: Medienkompetenz; Latein oder Griechisch bzw. moderne Fremdsprachen wie Französisch und Englisch

  • nähere Informationen: vgl. Katalog der Allgemeinen Schlüsselqualifikationen

Die Vermittlung der fachspezifischen Schlüsselqualifikationen ist in die Lehrveranstaltungen in Form von Referaten integriert. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der angemessenen Präsentation und Diskussion von Einzelthemen sowie dem angemessenen Einsatz rhetorischer und technischer Mittel.

Fachspezifische Schlüsselqualifikationen (FSQ):

  • Erwerb in den fachwissenschaftlichen Modulen des Fachs

  • 10 Leistungspunkte für 4 Referate (unbenotet), die in frei wählbaren Modulen absolviert werden können

  • Fähigkeit zur angemessenen Darstellung und Diskussion von Einzelfragen

  • bewusste Auswahl rhetorischer Mittel sowie ein angemessenes und sicheres Auftreten

  • Fähigkeit zum eigenständigen Bearbeiten wissenschaftlicher Fragestellungen sowie zur angemessenen Präsentation der Ergebnisse

 

Praxismodul (Praktikum):

  • Praktikum von mind. 6 Wochen im Inland oder Ausland.

  • Mögliche Bereiche für ein Praktium:

    1. Wissenschaftliches Projekt (z.B. SFB oder Akademie).

    2. Archäologische Grabung (möglichst im Nahen Osten).

    3. Museum oder wissenschaftliche Sammlung.

  • Empfohlen für das 5. Semester

  • Praktikumsportfolio, 10 LP

 

Bachelorarbeit

Abschlussarbeit des Bachelor-Kernfaches
Umfang: max. 40 Seiten
Bearbeitungszeit: 12 Wochen
10 LP
Bearbeitung eines Gegenstandes aus der Altorientalistik

 

Konsekutiver Masterstudiengang

Sprachen und Kulturen des Alten Vorderen Orients

Inhalt und Aufbau

Der zeitliche, geographische und inhaltliche Rahmen ist durch die Keilschrift bestimmt, die für eine Vielzahl genetisch und typologisch unterschiedlicher Sprachen benutzt wurde: u.a. Sumerisch, Akkadisch, Hethitisch, Elamisch, Hurritisch und Urartäisch. In diesem Rahmen existierten auch Sprachen und Literaturen, die in anderen Schriftsystemen aufgezeichnet wurden. Dieser umfasst also das traditionell „Assyriologie“ oder „Altorientalistik“ genannte Fachgebiet und berührt bzw. überlappt sich mit den traditionellen Disziplinen der Vorderasiatischen Archäologie, Ägyptologie, Semitistik, Alttestamentliche Wissenschaft und Indogermanistik.

Weitere Infos:
Modulkatalog und Musterstudienplan
Studienordnung

 

Besonderheiten in Jena

Dieser Studiengang bietet einen breit angelegten Wahlpflichtbereich. Es können neben Modulen in Jena auch Module in Leipzig (Akkadische Sprache und Literatur, etc.) und Halle (Grundmodul Vorderasien) besucht werden. Der praktische Umgang mit Keilschriftexten wird anhand von Originalen der Hilprecht-Sammlung gelehrt.

 

Aussichten

Die im Studium erworbenen sprachlichen, kulturwissenschaftlichen und interdisziplinären Kompetenzen qualifizieren u.a. für folgende Berufsfelder: Journalismus, Tourismus (Studienreisen), Erwachsenenbildung, Bildungsmanagement, höheres Bibliotheks- und Archivwesen, diplomatischer Dienst. Seinen spezifischen Inhalten entsprechend bildet der MA-Studiengang jedoch auch die Grundlage für eine konsekutive Promotion und eine wissenschaftliche Laufbahn.

 

Voraussetzungen

Voraussetzung ist ein erster mit mindestens "gut" abgeschlossener berufsqualifizierender Hochschulabschluss mit mindestens 60 LP aus dem Bereich Sprachen und Kulturen des Alten Vorderen Orients oder Altorientalistik.

Ausländische Studienbewerber müssen Kenntnisse auf dem Niveau der DSH-Prüfung (Stufe 2), TestDaF (4 mal TDN 4) oder einer vergleichbaren Prüfung des Goethe-Instituts bzw. der Kultusministerkonferenz (Kleines deutsches Sprachdiplom) nachweisen. Neben den üblichen Bewerbungsunterlagen (Zeugnisse/tabellarischer Lebenslauf) ist ein Motivationsschreiben beizulegen.

 

Auslandsstudium

Die FSU unterhält intensive Austauschkontakte mit einer großen Zahl von Universitäten im Ausland. Über das Sokrates- und Erasmus- Programm haben die Studierenden die Möglichkeit, ein oder mehrere Semester an einer Partneruniversität zu verbringen. Die im Ausland erworbenen Studienleistungen werden im Rahmen des europäischen Kreditierungssystems (ECTS) und entsprechend den Zielen der Lissabon Konvention anerkannt. http://www.uni-jena.de/Studium_im_Ausland.html

 

Career Service

Der Career Service der Universität Jena möchte den Studierenden und Absolventen frühzeitig berufliche Orientierung ermöglichen, ihnen zusätzliche berufliche Qualifikationen vermitteln und sie beim Übergang vom Studium in den Beruf unterstützen. http://www.uni-jena.de/careerservice

 

Alumni-Service

Die Friedrich-Schiller-Universität betreut im Rahmen ihrer Alumni-Arbeit sowohl (ehemalige) Studierende, Lehrende und Forschende als auch Mitarbeiter in der Verwaltung. "JenAlumni" ist dafür die zentrale Servicestelle für sämtliche Belange der Ehemaligen-Arbeit an der gesamten Universität. http://www.uni-jena.de/JenAlumni.html.

Wichtige Textkorpora im Internet:

  1. Sumerische Literatur
  2. Homepage von Prof. Dr. P. Attinger (Sumerische Grammatik, Lautwerte, Übersetzungen)
  3. Akkadische Literatur (bis zur aB Zeit)
  4. Amarna-Tafeln
  5. Neuassyrische Texte (State Archives of Assyria = SAA)


Fotos von Keilschrifttexten (teils auch mit Umschriften):

  1. cdli


Wichtige Nachschlagewerke und Datenbanken im Internet:

  1. Digitale Materialien der Universität Leipzig (siehe die Links auf dem Kodex Hammurapi)
  2. Sum. Wörterbuch (= epsd)
  3. Sum. Wörterbuch zum Download (= München-Leipziger Zettelkasten)
  4. B. Jagersma: A descriptive grammar of Sumerian (zum Download)
  5. Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex)

Elektronische Publikationen