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Forschungsprojekte

Forschungsprojekte

Es wurden bis heute drei Forschungsprojekte am Orientalischen Münzkabinett von externen Wissenschaftlern unter der Betreuung von Stefan Heidemann durchgeführt:

Mohammad Younis - Die Münzumlauf in der Stadt Shiraz im Iran vom Anfang der Dynastie der Salghuriden bis zum Ende der Dynastie der Muzaffariden (543-795 h./ 1147-1393 n.Chr.)
Gefördert durch das ägyptische Wissenschaftsministerium forschte Mohammad Younis, Universität Fayoum, von 2007 bis 2009 am Orientalischen Münzkabinett an seinem Promotionsprojekt. Betreut wird die Arbeit von Raf'at el-Nabarawy, Cairo Universität, und Stefan Heidemann.
Innerhalb des Irans bildet die Provinz Fars im Südwesten des Landes, begünstigt durch ihre geographische Lage, eine historisch häufig autonome Region. Für eine Neubewertung der Geschichte dieser Region wurden die Münzreihen der Stadt Shiraz von der selschukischen Gouvenrneursdynastie der Salghuriden bis zu den mongolischen Muzaffariden rekonstruiert. Die Textsequenz auf den Münzreihen erlaubte eine neue Sichtweise auf wechselnde Grade der Abhängigkeit und Integration einer Provinz unter den Seldschuken und den mongolischen Ilkhanen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Salghuriden, die als Gouverneure der Seldschuken in die Region kamen und ihre regionale Herrschaft noch lange Zeit unter der Oberhoheit der Ilkhane behautpten konnten. 

Susan Tyler-Smith - Der sasanidische Schatzfund von Shiraz
Gefördert durch die Royal Numismatic Society in London, arbeitet Susan Tyler-Smith arbeitet an einer Revision des in den sechziger oder siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gemachten Schatzfundes sasanidischer Münzen, dem sogenannten 'Shiraz' Schatzfund. Das Schußdatum ist das 12. Regierungsjahr des sasanidisch-iranischen Herrschers Husru II. (r. 590/1 - 628) endet. Dieser Schatzfund umfasste etwa 37.000 sasanidische Dirhams und ist damit der bedeutendste Schatzfund aus der Sasanidenzeit. Abgesehen von einigen Aufzeichnungen in den siebziger Jahren ist der Schatzfund heute verloren. Von 2000 bis 2009 wurde ein vergleichweise großer Teil des Schatzfundes von etwa 600 Münzen als Leihgabe der Universität Jena überlassen. Der Schatzfund wirft Forschungsfragen zur Datierung der Rebellion des Vistahm auf, sowie zur Münzreform Husrus II, die in enger Verbindung mit dem Angriffsplanung der Sasaniden auf Byzanz steht. 

Dirk de Boer - Die Heinrich von Siebold-Sammlung ostasiatischer und japanischer Münzen und Amulette
Gefördert durch die Universität Jena, arbeitet Dirk de Boer seit 2008 an einem Katalog der ostasiatischen Münzen des orientalischen Münzkabinetts Jena. Zusammen mit Stefan Heidemann wird auch die Geschichte dieser bedeutenden Sammlung erforscht.
Nachdem schon 1851 die Großherzogin Maria Pawlowna eine Sammlung von etwa 100 ostasiatischen Münzen dem Großherzoglichen Orientalischen Münzkabinett übergeben hatte, erweiterte sich der Horizont der Sammlung beträchtlich durch ein glückliches Zusammentreffen des Großherzogs Carl Alexander und des Dragomans in österreichischen diplomatischen Diensten in Japan, Heinrich von Siebold, (1852-1908), auf der Wiener Weltausstellung 1873. Siebold schenkte dem Groherzog eine ausgesuchte Sammlung von 242 japanischen und chinesischen Münzen. Erst 1868 hatte sich Japan mit dem Beginn der kaiserlichen Meiji-Ära der Außenwelt geöffnet. Auf der Weltaustellung war das Inselreich das erste mal auf der Weltbühne präsent. 1885 sandte Heinrich von Siebold eine zweite ostasiatisch-japanische Sammlung von etwa 820 Objekten an den Großherzog in Weimar, der sie seinem Münzkabinett übergab.
Die Besonderheit der Sammlung liegt darin, dass Heinrich von Siebold als einer der ersten nach dem Beginn der Öffnung Japans Münzen sammeln konnte. Bisherige Recherchen zeigen, dass vermutlich die Jenaer Sammlung durch Heinrich von Siebold auf mehrere japanische Gelehrtensammlungen des achtzehnten Jahrhunderts zurückgeht.