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Vom Katalog zum Online-Portal

Islamische Münzen sind sowohl Textquelle zur politischen Herrschaftsgeschichte, als auch dreidimensionale Objekte mit praktischem Zweck. Aufgabe der Numismatik ist es, anhand von Sequenzen an Münzen, z. B. einer Münzstätte oder einer archäologischen Fundstelle, die politische und wirtschaftliche Entwicklungen, Technologien oder Siedlungsstrukturen zu rekonstruieren.

Anlässlich der 1. Jahresversammlung der DMG in Jena 1846 wurden zum ersten Mal Münzen des 1840 gegründeten Grossherzoglichen Orientalischen Münzkabinetts ausgestellt. Johann Gustav Stickel, der Kabinetts, legte zu diesem Anlass einen Überblick über die damalige Sammlung vor. Im Vorwort erwähnte er die frische Neuerwerbung einer arabo-sasanidischen Münze.

Um Münzen im wissenschaftlichen Diskurs unabhängig vom Original lesen zu können, mussten die Objekte ediert werden. Stickel war von Anfang an Technik zur Verbesserung der Abbildung interessiert und versuchte die anspruchsvollste Form der Wiedergabe, den Kupfer- oder Stahlstich. Um die farbige Wirkung des Orginals zu verstärken, wurden die Münzen aufwendig mit Silber- bzw. Kupferdruck unterlegt. Man beachtete jedoch nicht, dass die Drucke im Laufe der Zeit stark nachdunkeln.

In der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft experimentierte Stickel 1853 mit einer weiteren technischen Form. Die Münze wurde in Karton geprägt, um eine dreidimensionale Wirkung zu erreichen.

Der wissenschaftliche Austausch unter Kollegen oder das Ergänzen von Sammlungen verlangte auch die Reproduzierbarkeit des dreidimensionalen Objektes. Verschiedene Formen wurden im 18. Bis 20. Jahrhundert angewendet: der Folienabdruck, der Galvano und der Gipsabdruck. Der Gipsabdruck blieb bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die häufigste Form der physischen Reproduktion und wurde neben dem Foto angefertigt.

Das Internet erlaubt einem großen Sprung für die historische Arbeit mit Münzen aus mehreren Museen und Sammlungen an einem Arbeitsort. Seit 2012 beteiligt sich das Orientalische Münzkabinett Jena an dem Portal Kooperative Erschließung und Nutzung der Objektdaten von Münzsammlungen (KENOM) des Gemeinschaftlichen Bibliotheksverbandes (GBV), das seit Mai 2015 freigeschaltet ist. Bisher speisen zehn Sammlungen unterschiedliche Arten numismatischer Objekte ein. Wir laden Sie dazu ein und haben jeder Münze eine QR code beigegeben. Schauen Sie nach, um was für eine Münze es sich handelt.