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SFB 950, Teilprojekt "Der Umgang mit Koranmanuskripten in der islamisch-arabischen Kultur am Beispiel von Klein- und Rollenkoranen"

SFB 950, Teilprojekt "Der Umgang mit Koranmanuskripten in der islamisch-arabischen Kultur am Beispiel von Klein- und Rollenkoranen"

Dass Koranmanuskripten jenseits ihrer Funktion als Textträger für das Rezitieren, Lernen und die Auslegung auch apotropäische, heilende, segnende und anderweitige symbolische Wirkungen zugeschrieben wurden, ist aus einigen Manuskripten selbst evident und auch durch entsprechende Informationen aus vormodernen arabischen Quellen sowie aus neuzeitlichen europäischen Reiseberichten bekannt. Im Teilprojekt sollen diese Gebrauchsweisen am Beispiel der kleinformatigen und auf Rollen geschriebenen Koranmanuskripte untersucht werden, die erkennbar nicht primär für das Lesen oder die Rezitation bestimmt waren. Beide Sonderformen sind schon seit frühabbasidischer Zeit bezeugt. Ihre Funktionen sollen anhand der erhaltenen Objekte aus mehreren Bibliotheken und den Hinweisen im arabischen Schrifttum ermittelt werden. Dabei wird neben der schützenden und segnenden Wirkung solcher Manuskripte auch der weitere Kontext der arabischen Kleinformate („Taschenbücher“) sowie der Rollenmanuskripte mit nichtkoranischem Inhalt zu berücksichtigen sein; grundsätzlich ist von einer potentiellen Gleichzeitigkeit mehrerer Funktionen auszugehen.

 

Leitung und Kontakt:

Prof. Dr. Tilman Seidensticker

 

Mitarbeiter:

Cornelius Berthold, M.A.