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DFG-Projekt Presse als (trans-)lokaler Kommunikationsraum. Die arabischsprachige Presse Istanbuls von den 1860ern bis in die 1920er

DFG-Projekt: Presse als (trans-)lokaler Kommunikationsraum. Die arabischsprachige Presse Istanbuls von den 1860ern bis in die 1920er

Das Forschungsvorhaben untersucht die arabischsprachige Presse Istanbuls von den 1860ern bis in die 1920er Jahre. Am Beispiel dieses Untersuchungskorpus soll Presse als ein (trans-)lo­ka­ler Kom­mu­ni­ka­tions­raum analysiert werden, in dem zeit­ge­nös­si­sche Ideen wie Natio­na­lismen oder religiös begründete politische und gesellschaftliche Ord­nungskonzepte auf eng­stem Raum zusammentreffen und ausgehandelt werden. Das Vorhaben geht davon aus, dass die untersuchte Presse Raum grenz­über­schrei­tender Kommunikation ist und gleichzeitig Grenzziehungen und Überschneidungen mit weiteren Räumen wie dem städtischen Raum Istanbul, dem arabischsprachigen, dem islamischen und dem jour­na­li­stischen Raum unterliegt. Die Untersuchung der Kommunikationsprozesse innerhalb dieser Räume ermöglicht eine an­­de­­­re Perspektive auf Ideen, die im Untersuchungszeitraum virulent waren und z.T. noch sind: Sie erlaubt, die Multidimensionalität der Entwicklung von Ideen und Ideologien zu erfassen sowie die Ideenbildung in Beziehung zu dem Medium zu setzen, in dem sie geäußert werden. Presse wird nicht nur als Kommunikationsraum, sondern als Medium, das die Inhalte dieses Raums zu strukturieren und beeinflussen vermag, verstanden. Das Vorhaben verfolgt eine dreifache Herangehensweise: (1) Es werden die medialen Strukturen der Inhaltproduktion anhand einer Rekonstruktion personeller und textueller Netzwerke herausgearbeitet. (2) Ferner erfolgt eine Untersuchung der Inhalte der Presse entlang eines diskursiven thematischen Netzwerks. Der translokale Kommunikationsraum der arabischsprachigen Presse Istanbuls soll folglich durch personelle, textuelle und thematische Verbindungen sichtbar gemacht und innerhalb der verschiedenen Untersuchungsräume verortet werden. (3) Auf dieser Grundlage lassen sich die Mechanismen des Zusammenwirkens medialer Strukturen und In­halte und das für deren Analyse notwendige methodische Handwerkszeug erarbeiten. In­dem man dem Lauf der Ideen innerhalb des Kommunikationsraums nachspürt, soll der Einfluss der Presse auf ihre Ent­ste­hung, Ver­än­­derung und ihr Verschwinden innerhalb lokaler und regionen- und sprachenübergreifender Kommu­ni­ka­tionsprozesse herausgefunden werden. Mit dem Erreichen dieser Ziele wird ein methodischer und inhaltlicher Beitrag zur historischen Pres­se­for­schung, zur Erforschung nahöstlicher Presse, zur ideengeschichtlichen Forschung sowie zur Untersuchung osmanisch-arabisch-türkischen Geisteslebens des langen 19. Jahrhunderts geleistet.

Leitung und Kontakt:
Leyla von Mende, M.A.