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Sylloge der Münzen des Kaukasus und Osteuropas im Orientalischen Münzkabinet (1998-2001)

münze1Sylloge der Münzen des Kaukasus und Osteuropas im Orientalischen Münzkabinet (1998-2001)

Die Münzen des Kaukasus und Osteuropas bilden einen zentralen Sammlungsbestandteil der Jenaer Sammlung. Schon 1839 wurde eine bedeutende Sammlung, die in Russland entstand, angekauft, deren Kern aus zum einen aus Münzen der Zeit des Handels der Wikinger, dem 8. bis 10. Jahrhundert, stammen. Islamische Münzen und deren osteuropäische Nachahmungen waren das Geld auf den Handelsstrassen zwischen Zentralasien und der Ostsee. Zum anderen bilden die Münzen der Mongolen in Russland, der Goldenen Horde, einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung. Mit der Zeit wurden die schon umfangreichen Bestände durch den Erwerb weiterer Sammlungen und Einzelstücke ergänzt, nicht zu letzt durch die vielfältigen Kontakte des Gründungsdirektors Johann Gustav Stickel (1805-1896) und seiner Förderin der Sächsischen Großherzogin und russischen Großfürstin Maria Pawlowna (1786-1859). In diesem Gebiet gilt das Orientalische Münzkabinett als die bedeutendste Sammlung außerhalb Russlands.

 

Mayer_Sylloge

Das DFG Projekt war in seinem Kern ein Katalog im Syllogeformat, jedoch verfolgte es zwei Forschungsziele. Zum einen sollten die in Osteuropa geprägten Nachahmungen frühislamischer Münzen innerhalb des Münzkabinetts erfasst werden, um anhand dieser umfassenden Bestände eine neue Datierungssystematik darzustellen und so erstmals in einer Gesamtschau wichtige Epochen des Handels und seiner numismatischen Relikte gegeneinander abzugrenzen. Dieser Bereich wurde von Gert Rispling, Stockholm, bearbeitet. Der zweite, weitaus umfangreichere Teil, der von Tobias Mayer erforscht wurde, bildeten die mongolischen Münzen aus Russland. Hier konnte erstmals seit dem 19. Jahrhundert wieder eine monographische Synthese des Forschungsstandes zur Numismatik der Goldenen Horde vorgelegt werden. Beide Teile der Arbeit sind inzwischen wichtige Referenzwerke geworden Die Publikation erschien im Jahr 2005.

 

Pressemitteilung:

21.04.2005: Osteuropas islamische Geschichte im Spiegel der Münzen